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Heimatbuch 1

Ahorn - im Wandel der Zeit (Elmar Weiß, 2006)

Sehr geehrter Leser,

Sie erwartet eine hochspannende geschichtliche Lektüre aus unserer Region.
Historie auf 619 Seiten die fesseln und gleichzeitig entspannen.
Wählen Sie aus dem nachfolgenden Inhaltsverzeichnis eine Leseprobe aus
um einen kurzweiligen Einblick zu erhalten.
Erfahren Sie Hintergründiges aus der Vor- und Jetztzeit.

Das Buch ist derzeit für (UVP) 19,- € + Porto über die Verwaltung erhältlich.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihre Gemeinde Ahorn.

Deckblatt Ahorn - im Wandel der Zeit

Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkungen
" Eine Ortsgeschichte ist immer ein gewagtes Unterfangen, das nicht
nur mit großem Zeitaufwand, sondern auch mit vielen Risiken
verbunden ist.
Ohne das freundliche Drängen von Herrn Hartwig Straub
(Berolzheim) hätte ich sicherlich nicht die Aufgabe übernommen,
eine Darstellung der Geschichte der Gesamtgemeinde Ahorn zu
schreiben; denn es war mir klar, dass sich eine Zusammenschau als
schwierig erweisen würde, weil bereits für zwei Teilorte
Ortsgeschichten vorhanden waren, die einzubeziehen waren.
Außerdem war zu erwarten, dass die Archivalien für die einzelnen
Gemeindeteile höchst unterschiedlich und nicht immer ergiebig
sein würden.
Eubigheim hat 1978 durch Pfarrer Franz Gehrig und Buch am
Ahorn im Jahre 1983 durch Ernst Honeck Darstellungen ihrer
Geschichte erhalten. Es galt bei der vorliegenden Arbeit, allzu
große Überschneidungen mit diesen Ortsbeschreibungen zu
vermeiden. Natürlich mussten bestimmte Themen auch in diesem
Buch Aufnahme finden.
Man braucht keine großen Wiederholungen zu befürchten, sondern
eher Ergänzungen, natürlich auch immer wieder ein Zurückgreifen.

Für die Hilfe bin ich stellvertretend für alle, die mich unterstützt
haben, in erster Linie Herrn Bürgermeister Elmar Haas zu Dank
verpflichtet, der den Fortgang der Arbeit mit großem Interesse und
Geduld verfolgt hat, und Herrn Hartwig Straub, der nicht nur durch
das Sammeln von Fotos und Postkarten einen gewichtigen Beitrag
leistete. Dank gilt auch Professor Helmut Brosch von der
Museumsbibliothek Buchen, der mir wie immer wertvolle
Unterstützung geboten hat. Herrn Pfarrer Raulf von Bobstadt sei
ebenfalls gedankt.
Meiner Frau danke ich für das liebenswerte Verständnis, das eine
solche Arbeit auch im privaten Umfeld braucht.

Die nun vorliegende Darstellung versucht bewusst, eine allgemein
verständliche Darstellung zu geben. Der Lesbarkeit wegen wird
deshalb auch weitgehend auf die Wiedergabe von Urkunden im
Urtext und längeren schwer verständlichen Quellenzitaten
verzichtet.
Es wurde darauf geachtet, die geschilderten Tatbestände in das
allgemeine Geschehen einzubetten. Dabei wurde, wenn möglich,
das Leben des Einzelnen, sein Handeln, sein Verhalten in einer
geschichtlichen Situation in den Mittelpunkt gerückt. Sicherlich
zeigt sich vielfach, dass der Einzelne nur Spielball der Mächtigen
gewesen ist, aber die dicken Aktenbündel, in denen sich die
Beschwerden und Streitschriften über die Ablösung der Abgaben
im 19. Jahrhundert häufen, belegen auch das Gegenteil. Die
Dorfbewohner sind damals wie im Bauernkrieg und in der
Revolution von 1848/49 nicht mehr nur Objekt der Geschichte,
sondern vielmehr auch als Handelnde aufgetreten.

Bei der Darstellung der Geschichte Ahorns wird deutlich, welch
unvorstellbare Wandlungen sich im Laufe der Zeiten vollzogen
haben. So werden manchen Lesern die Schilderungen der
konfessionellen Auseinandersetzungen fast unglaublich
vorkommen. Das macht das Ausmaß der Entwicklung erst richtig
offenbar."

Herzlichst Ihr Elmar Weiß, 2006
Inhaltsverzeichnis
Die Franken
" Es fällt auf, dass nach dem Limesfall um 260 n. Chr. auch die
germanischen Siedlungen im Bereich vor dem ehemaligen Limes
nicht mehr existierten, zumindest nicht in der ursprünglichen
Größe. Das spricht ebenfalls dafür, dass sich die Germanen, die
zur Römerzeit im Vorland des Limes siedelten, mit Zustimmung
der Römer dort niedergelassen hatten. Erst etwa 50 Jahre später
sind in diesem Gebiet wieder germanische Siedler, diesmal aus
dem Elbegebiet, anzutreffen. Die Alamannen ...

Die zweite Phase der Besiedlung unseres Gebiets ging im 7. und 8.
Jahrhundert zur Merowinger- und Karolingerzeit vor sich.
Offensichtlich fehlte es an fränkischen Kräften; denn jetzt wurden
auch Schwaben, Slawen und Sachsen in der Nähe von
Königshöfen angesiedelt.
745/46 hörte das selbständige Herzogtum der Alamannen zu
existieren auf. Unser Gebiet gehörte zum Gau Wingarteiba. Zu diesem Gau
"Wingarteiba" zählte ... "
Inhaltsverzeichnis
Die Bluttat Albrechts von Rosenberg 1553
" Albrecht von Rosenberg, der in der Geschichtsschreibung als
Großer seines Geschlechts gefeiert wird, setzte sich im Frühjahr
1553 gegen den Willen der Pfalz und ohne Wissen des Kaisers, der
danach allerdings wegen der Verdienste Albrechts zustimmte,
wieder in den Besitz Boxbergs. Die Bemühungen der Rosenberger
um die Herrschaft Boxberg seit der Wegnahme im Jahre 1523
sollen hier unerörtert bleiben.
Das Echo unter der Bevölkerung auf die rosenbergische
Inbesitznahme war jedoch gespalten. Die Pfalz hatte in den
vergangenen Jahrzehnten in der Herrschaft Boxberg offensichtlich
Anhänger gewinnen können. Einige Schultheißen, die ...

Das Sondergericht bediente sich der Folter, um das für eine
Verurteilung notwendige Geständnis zu erhalten. Die Schultheißen
"gestanden", mit dem pfälzischen Marschall Hans von Bettendorf
"in der Badstsuben auf dem Schloß" in Heidelberg einen Plan
besprochen zu haben, Albrecht von Rosenberg umzubringen.
Außerdem hätten sie später vergeblich versucht haben, das Schloß
heimlich einzunehmen. Bei solchen Anklagen verwundert das
Urteil nicht: Tod durch den Strang.
Bereits am 12. September 1553 wurde ... "
Inhaltsverzeichnis
Die Revolution von 1848/49
" 1830 erregten die revolutionären Ereignisse in Paris auch die
Aufmerksamkeit der Bevölkerung unseres Raumes, jedenfalls
mehr, als die Erinnerungen Kussmauls es vermuten lassen. Bei
seinen Schilderungen kann man durchaus der Meinung sein, dass
er aus der Rückschau vieles aus der Sicht eines Städters sieht,
womit er der Gegend nicht immer gerecht wird. Noch schwappte
allerdings die Woge der Empörung nicht so über wie 18 Jahre
später.
Die großherzoglich badische Regierung war äußerst beunruhigt und ...

... In diesem Flugblatt wurden die Bauern zur Revolution aufgerufen:
"Brüder und badische Mitbürger! Die Zeit ist da, wo Gott durch
seine Hand uns winkt, dass wir unsere Körperkräfte gebrauchen zu
unserer Freiheit, die er von Anfang der Welt uns gegeben hat und
sie uns wieder geben will, wenn wir ihm folgen. Darum hat Gott
den Hunger unter die Menschen geschickt, damit das Volk
aufwache und sich einander liebe wie Brüder und auch wie Brüder
miteinander und einer für den andern streite; wir wollen ... "
Inhaltsverzeichnis
Die nationalsozialistische Periode (1933 - 1945)
" Der überwältigende Vertrauensbeweis, den Bürgermeister Offner
bei seiner letzten Wahl 1928 erhalten hatte, sollte in der
nationalsozialistischen Zeit nicht viel nützen.
Am 25. März 1933, nur zwei Monate nach der Machtergreifung der
Nationalsozialisten, erklärte Bürgermeister Offner seinen Rücktritt.
Seine Begründung lautet: ...

Das Beispiel des Ratschreibers Kilian Blum in Berolzheim zeigt,
wie kurz nach der sog. "Machtergreifung" auch in Dörfern die
Rächer auf den Plan traten, um alte Rechnungen zu begleichen und
dabei ihre politischen Gegner auszuschalten. ... Vor einer großen
Menschenversammlung habe er die nationale Bewegung
verächtlich gemacht und verächtlich von "Hitlerle" gesprochen.
Außerdem habe er bei anderer Gelegenheit gegen "unseren
verdienten Führer Adolf Hitler, sowie Kreisleiter Senft" schlimme
Ausdrücke gebraucht, u.a. "Desserteur, Idiod u.s.w"
Beim Erntedankfest am 1. Oktober 1933 sei er beim Absingen des
Horst Wessel Liedes mit dem Hut auf dem Kopf sitzen geblieben,
"während die ganze Gemeinde mit erhobenen Rechten u.
entblöstem Hauptes dasselbe absang, ja er sogar noch brummende
Bemerkungen machte." ... "
Inhaltsverzeichnis
Schulwesen
" ... Die Nachrichten über die Schulen und deren Lehrer sind auch in
der frühen Neuzeit nicht gerade zahlreich.
Die Ausbildung der Lehrer ist damals nicht geregelt. Der erste
Lehrer in Schillingstadt war ein Schneider. Merkwürdigerweise
wurden Schneider auch anderswo häufig als Lehrer angestellt. Die
Lehrer, die die geringsten Lohnforderungen stellten, hatten die
meisten Chancen, eine Stelle zu bekommen. Das "arme
Dorfschulmeisterlein" war Wirklichkeit. ...

Die Lehrer waren, was ihre Tätigkeit anging, den Pfarrern
untergeordnet, die für die Aufsicht der Schulen in erster Linie
zuständig waren und sogar die Fachaufsicht innehatten. Meist
bekamen die Lehrer aus dem Kirchenfonds einen Teil ihrer
Bezahlung.
Sie waren aber auch von den Einwohnern und Eltern abhängig, die
Schulgeld bezahlen mussten. Auch die politischen Gemeinden
waren mit von der Partie... "
Inhaltsverzeichnis
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